Ökumenischer Kirchbauverein vergibt Kirchbaupreis an besondere Initiativen

Mit Beginn des Jahres 2026 erweiterte der Ökumenische Kirchbauverein Gera sein Aufgabenspektrum. Der 1998 anlässlich des Neubaus der Katholischen Kirche St. Elisabeth gegründete Verein, stand von Beginn an unter dem Motto „Viele Hände für Gera“ und hat in den Jahren seines Bestehens für die kirchliche Identität in der Stadt sehr viel getan. Mit der Wahl eines neuen Vorstandes, der unter Leitung des langjährigen Vereinsmitgliedes und früheren Oberbürgermeister Geras, Ralf Rauch, steht, will der Verein in der Stadtgesellschaft sichtbarer und wirksamer werden. „Es geht um die Bewahrung unseres kulturellen Erbes, um lebendige Orte der Begegnung – und um ein starkes gesellschaftliches Netzwerk in unserer Stadt“, erklärt der Vorsitzende. Damit gehe es nicht nur um den Erhalt der sakralen Denkmäler, sondern auch darum, die Gotteshäuser mit christlichem Leben zu füllen. Um derartige Projekte zu unterstützen, hat der Verein einen Kirchbaupreis ausgelobt. Der Preis, der mit 500 Euro dotiert ist, soll einmal jährlich vergeben werden. Dabei werden das Ehrenamt und besondere Initiativen im kirchlichen Raum prämiert. Aufgrund von zwei herausragenden Bewerbungen, hat sich der Vorstand in diesem Jahr für zwei Preisträger entschieden.

„Abendkirche“ in Groitschen – eine lebendige Tradition schaffen
Hoch auf einem Hügel über dem Brahmetal liegt die kleine Dorfkirche Groitschen. Der Ort gehört zur Gemeinde Brahmenau im Ostthüringer Land. Seit den 1990-er Jahren setzt sich eine Interessengemeinschaft des Dorfes für den Erhalt des Gotteshauses ein. Insbesondere Kantorin Brigitte Hahn engagiert sich bis heute rührend um „ihre“ Dorfkirche“. Von 2021 bis 2023 wurde das Innere aufwändig restauriert und die Orgel in den Urzustand von 1823/24 umgebaut. Heute verbindet das Projekt „Abendkirche“ in Groitschen auf besondere Weise Musik, Baukunst und gemeinschaftliches Leben. Mit den regelmäßig stattfindenden musikalischen Abendandachten und geistlichen Konzerten ist es gelungen, den Kirchenraum neu erlebbar zu machen. „Mir ist wichtig, dass sich alle Gäste hier wohlfühlen“, ist von Brigitte Hahn zu erfahren. „Dazu gehört auch der Hahnsche Hof, auf dem ich lebe. Gern öffnen wir Haus und Hof, um so eine Begegnungsstätte zu schaffen.“

Vereinsvorsitzender Ralf Rauch besucht Bandkirche Reichartsdorf und trifft Uwe Kaselowsky, den Bandleader
Kirche mit Bandprojekt aus dem Dornröschenschlaf geweckt
Rockmusik klingt aus einem geöffneten Fenster der kleinen Kirche auf einem Hügel in Reichartsdorf. „Die Einwohner sind uns sehr wohlgesonnen und freuen sich, dass wieder Leben in die Kirche eingezogen ist“, weiß Uwe Kaselowsky, der zusammen mit den beiden Gitarristen Albrecht Heger und Heiko Siegel, Schlagzeuger Peter Grigoleit und den ukrainischen Musikern Andraii und Dimitri (Vater und Sohn) hier ein Probendomizil gefunden hat. Im Oktober 2024 erhielt der Geraer Musiker vom Christian Kurzke, Pfarrer in Rüdersdorf, die Kirche als Probenraum angeboten. Seitdem hat sich die Kirche zu einem kulturellen und gemeinschaftlichen Treffpunkt entwickelt. „Mit Konzerten und Andachten ziehen wir Leute an und sorgen dafür, dass die Kirche als Haus Gottes erhalten bleibt“, so Uwe Kaselowsky, der als ausgebildeter Lektor für die geistlichen Impulse sorgt. „Wir gestalten mit der Band mehrere Gottesdienste im Jahr, die von der Kirchengemeinde gut angenommen werden. Im Durchschnitt haben wir bis zu 60 Besucher“, berichtet der Projektleiter. Das Kirchengebäude ist in einem guten baulichen Zustand, selbst eine Heizung ist vorhanden.
Die Kollekten und das Preisgeld sollen nachhaltig für das kirchliche Leben in und um das Gotteshaus verwendet werden. Aktuell kann die Kirche nur über einen Privatweg oder durch die Sakristei betreten werden. Daher ist einen Fußweg zum Haupteingang und Parkmöglichkeiten für eingeladene Künstler geplant. Dafür hat die Kirchengemeinde 20.000 Euro im Haushalt für Material eingeplant. Das Vorhaben möchten die Bandmitglieder in Eigenleistung umsetzen. Dabei können sie sich auf die Unterstützung von Freunden, Helfern und Gemeindemitgliedern verlassen. (Text und Bilder: Wolfgang Hesse)











Die Band C-24 probt wöchentlich in der Reichhardtsdorfer Kirche.